Der optimistische Blick in die Zukunft

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Landesparteitags der niedersächsischen Grünen. Dort wurde ein spannender Antrag des Landesvorstands zum Umgang mit der Digitalisierung eingebracht, zu dem auch ich mich mit einem Redebeitrag eingebracht habe. Diesen stellte ich über die Überschrift eines optimistischen Blicks in die Zukunft. Momentan wird die Digitalisierung mit viel Schwarzmalerei verbunden, dabei profitieren wir sein langem auch sehr stark davon. Smartphones und all diese phantastischen Innovationen sind in den letzten 10 Jahren erst entstanden.

Lust auf Zukunft

DIe aktuelle Debatte rund um die Digitalisierung wird überwiegend mit Ängsten geführt. Dinge verändern sich, unsere Welt verändert sich. Als Gewohnheitstierchen fällt es uns Menschen nicht immer so leicht da mitzukommen. Rund ein Fünftel der Deutschen sind damit so überfordert, dass sie sich diesen Bewegungen ganz verweigern, „Alles soll bitte so bleiben wie es ist oder wie es war. Da kenne ich mich einfach besser aus.“

So verständlich und nachvollziehbar dieser Wunsch ist, genauso unrealistisch ist er. Damals als die ersten Kraftfahrzeuge durch die Städte fuhren, da gab es auch viele Menschen die das nicht wollten, sich erst langsam daran gewöhnen mussten. Heute wissen wir, dass es inzwischen viel zu viele Autos in den Ballungszentren gibt.

Die Technologische Entwicklung geht also immer voran, die gesellschaftliche Einigung darüber, wie wir damit umgehen wollen folgt. Das war damals bei den Autos so, schließlich gab es damals noch keine geeigneten Verkehrsregeln. Das ist heute mit Plattformen wie Twitter oder Facebook so. Auch da suchen wir noch nach einem kulturellen Umgang mit diesen modernen Technologien, erleben sogar potenziell schädliche Bewegungen im Sinne demokratischer Entwicklungen. Die Frage danach, wieviel Regulierung wir hier noch benötigen lässt sich heute im Angesicht von künstlicher Intelligenz und Algorithmen überhaupt noch nicht beantworten. Klar ist aber jetzt schon, wir müssen wachsam sein.

Politik muss den Zukunftsoptimismus entfachen

Es ist eine politische Aufgabe die gesellschaftliche und kulturelle Einigung darüber auszufechten, wie wir mit den Veränderungen umgehen wollen, die durch die Digitalisierung entstehen. Im Moment ist dabei das Wort der Industrielobby oft wichtiger als die Gedanken der Menschen in unserem Land. Auch au diesem Grunde habe ich Detlev Ahting von der Gewerkschaft Verdi nach seinem tollen Vortrag aufgefordert mutiger zu werden und Gewerkschaften als Lobbyist der Zivilgesellschaft aufzubauen.

Wie auch die Politik versuchen Gewerkschaften die Antworten für die Zukunft mit Methoden der Vergangenheit zu finden. Ich finde, da braucht es mehr Mut und vor allem mehr Verantwortungsbewusstsein, losgelöst von der Frage danach, ob zunächst primär die eigenen Mitglieder davon profitieren. Hier braucht es vielleicht unter dem Dach des DGB eine entschlossene Bewegung sich als Lobbyist der Bürger*innen aufzustellen. Meine Forderung ist nicht neu, ich habe schon vor zwei Jahren schon im Podcast der CEBIT darüber gesprochen.

So könnte eine Situation entstehen, in der Gewerkschaften auf der einen Seite und die Industrielobby auf der anderen Seite endlich zu einer ausgewogenen Diskussion darüber führen, wie wir die Digitalisierung im Sinne der Menschen entwickeln können. Wie wir damit Ressourcen schonen und effizienter einsetzen und wie wir als Gesellschaft davon ganzheitlich profitieren können ohne eben wie gerade jetzt durch die wirtschaftliche Verwertung sozialer Beziehungen noch mehr Vermögen einseitig anzuhäufen.

Es muss um einen echten Ausgleich der Interessen gehen, in dem einerseits wirtschaftliches Handeln ermöglicht wird, zugleich aber zunehmende soziale Ungleichheit und Ausbeutung von großen Teilen der Gesellschaft verhindert wird. Nur so kann Optimismus tatsächlich entstehen.

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