Kalifornien setzt Glyphosat auf schwarze Liste

Laut einem Bericht der FAZ vom 27.6.2017 wird die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt in Kalifornien, das Breitband-Pestizid Glyphosat ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien setzen, die krebserregend sein können. Ein Thema, dass auch in Deutschland Relevanz besitzt. Schließlich hat es erst im vergangenen Jahr intensive Diskussionen über die Neuzulassung von Glyphosat in Europa gegeben. Da zu diesem Zeitpunkt trotz deutscher Intervention in der EU keine zweifelsfreie Position gefunden werden konnte, gilt diese Neuzulassung zunächst nur für anderthalb Jahre und muss bis Ende diesen Jahres für die kommenden 10 Jahre neu verhandelt werden.

Auf Antrag der Grünen wurde am 15.2.2017 im Bundestag darüber abgestimmt die Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat zu verhindern. Insbesondere Bundeskanzlerin Merkel hat sich persönlich in Berlin und Brüssel für Glyphosat eingesetzt. So ist es wenig verwunderlich, dass der Antrag der Grünen im Bundestag von der Regierungsmehrheit abgelehnt wurde – auch mit Stimmen von Abgeordneten aus der Region Hannover.

Region Hannover: Flachsbarth und Miersch für Glyposat

Flachsbarth und Miersch stimmen für Glyhosat (Screenshot: Abgeordnetenwatch)

Die regionalen Bundestagsabgeordneten im Süden der Region Hannover, Dr. Maria Flachsbarth (CDU) und Dr. Matthias Miersch (SPD) haben kein Problem mit Glyphosat. Beide haben am 15.2.2016 im Deutschen Bundestag für den weiteren Einsatz des vermutlich krebserregenden Glyphosat gestimmt. Beide nehmen mit dieser Entscheidung eine Gesundheitsgefährdung vieler Millionen Menschen in Niedersachsen und Deutschland billigend in kauf.

Damit sind sie jedoch voll auf der Line von CDU und SPD, die sich mit einem eigenwilligen Ansatz des Umweltschutzes für eine industriell betriebene Landwirtschaft stark machen.

Dabei steht Glyphosat längst nicht nur im Verdacht für Menschen schädlich zu sein. Auch die für unsere Ökosysteme so wichtigen Bienen werden scheinbar durch das Pflanzengift beeinflusst, wie der Deutschlandfunk im Jahr 2016 in einem Beitrag beschreibt.

Grüne fordern: Keine Neuzulassung von Glyphosat

Im Text der Grünen Bundestagsfraktion vom Beginn diesen Jahres heißt es: Glyphosat tötet – erst alles Grün auf dem Acker, dann gelangt es in unsere Gewässer und Lebensmittel. Dabei ist das Pflanzengift für Menschen laut Weltgesundheitsorganisation WHO-Experten „wahrscheinlich krebserregend“. Doch die Agrarlobby will mit Unterstützung der Bundesregierung das europaweite Verbot verhindern. Wir wollen nicht zulassen, dass dieses Gift weiterhin auf unsere Äcker und Teller kommt. Einen ersten großen Teilerfolg haben wir im Sommer 2016 errungen, als die Konzerne statt der erhofften Glyphosat-Verlängerung um 15 Jahre nur 1,5 Jahre Galgenfrist eingeräumt bekamen.

Zusammen mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) „Stopp Glyphosat“ kämpfen wir gegen den weiteren Einsatz von Glyhosat.

Dazu Roland Panter, Bundestagskandidat der Grünen im Wahlkreis Hannover-Land II:

„Die Zustimmung der Abgeordneten Flachsbarth und Miersch für eine weitere Zulassung von Glyphosat im vergangenen Jahr ist Verantwortungslos – nicht zuletzt gegenüber den Menschen in unserer Region. Die gesundheitlichen und ökologischen Bedenken sind bereits sehr lange bekannt. Sowohl Flachsbarth als auch Miersch setzen sich im Wahlkampf für den Naturschutz ein. Ich frage mich, wie das gehen soll?

Wer Naturschutz ernst nimmt, trifft keine machtpolitischen und wirtschaftlichen Abwägungen gegen den Schutz von Bienen oder die Gesundheit der Menschen. Da geht es um ein elementares Grundverständnis von ökologischem Handeln.

Spätestens hier wird klar: Wer ehrlichen Umweltschutz will, entscheidet sich für das Grüne Original und nicht für die Kopie!“

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