Progressivismus: Geschichte wiederholt sich

Progressivismus (von lat.progressio, onis, f.: Fortschritt) bezeichnet eine politische Philosophie, die auf dem Grundgedanken des Fortschritts in den Bereichen der Wissenschaft, Technologie, wirtschaftlichen Entwicklung und Organisation aufbaut; sie ist somit die Gegenbewegung zum Konservatismus. Seinen Ursprung nahm der Progressivismus in der Ära der Aufklärung und fußt auf der Überzeugung, dass man durch Entwicklungen einen positiven Fortschritt in den Bereichen der Zivilisation erreichen könne.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Progressivismus

Geschichte wiederholt sich. Immer dann, wenn größere Veränderungen beim Thema Arbeit anstehen, versucht der Konservatismus diese Veränderungen durch Ignoranz zu negieren. Das war bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts so, als die Industrialisierung ihren Anfang nahm. Dabei wurde die Art und Weise, wie bis zu diesem Zeitpunkt gearbeitet wurde sehr stark verändert. Aus der Gegenbewegung zum Konservatismus, der diese Veränderungen verhindern wollte, entstand der Progressivismus.

Wir befinden uns heute in einer sehr ähnlichen Situation. Durch die Digitalisierung verändert sich die Arbeitswelt erneut. Diesmal unglaublich viel schneller als zum Beginn der Industrialisierung. Das ruft weltweit eine ausgeprägt konservative politische Bewegung auf den Plan. Kennzeichen dieser Bewegung sind unter anderem Nationalismus, aber auch das Verschleppen notwendiger politischer Handlungen bei externen Einflussfaktoren, wie bspw. dem Klima.

Progressivismus – den Weg in eine bessere Zukunft finden

Es ist nicht einfach, sich Veränderungen zu öffnen. Wir erleben das gerade sehr deutlich, wenn wir die deutsche Automobilindustrie und deren Umgang mit Elektromobilität betrachten. Vermutlich ist das ziemlich normal. In uns allen wohnt ein gewisser Argwohn gegenüber Veränderungen. Manche Innovationen nehmen wir freudestrahlend an, andere fallen uns schwer. Das Smartphone als Beispiel hat innerhalb weniger Jahre seinen Siegeszug angetreten und hat sehr schnell auch viele kritische Menschen überzeugt. Auch ich selbst war kein Nutzer der ersten Stunde und brauchte erst etwas Überzeugungszeit und das obwohl ich gerade in dem Bereich sehr neugierig bin. Heute kann ich mir ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen.

Im politischen Bereich ist das schwieriger. Da reicht es nicht ein neues technisches Gadget zu erwerben. Da müssen viele Menschen mitgenommen werden, die sich in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf Veränderungen einlassen. Jetzt könnte man sagen, ein konservativer Politikstil nimmt dabei auch die langsamsten mit und da ist gewiss etwas dran. In meinen Augen ist genau das die größte Qualität von Angela Merkel. Sie verlangsamt politische Prozesse durch ihre späten Entscheidungen so sehr, dass auch die Langsamen ohne Probleme mitkommen. Tatsächlich muss Politik genau das sehr oft leisten.

Es gibt aber auch Zeiten in denen müssen wir etwas auf die Tube drücken und Entwicklungen schnell mit mutigen Entscheidungen in die richtige Richtung lenken. Dieser Zeit sind das drei wesentliche Themen, die zeitgleich nach einer Lösung suchen: Klimawandel, Digitalisierung und Globalisierung inkl. der europäischen Frage.

Globalisierung? Ja, auch das Thema der Globalisierung begleitet uns weiterhin und ist vom Konservatismus noch nicht ausreichend politisch umgesetzt worden. Da geht es um wesentliches: Hunger und Frieden. Es geht aber auch um grundsätzliche Wertefragen der Weltgemeinschaft. Wir bemerken das rund um kontrovers diskutierte Freihandelsabkommen und ganz besonders bei vielen religiösen Fragen. Es fällt allen schwer hier die richtige Balance zwischen Toleranz, Überzeugung und Akzeptanz zu finden. Das macht unfrei.

Entsprechend liegen viele Aufgaben vor uns, die wir schnell, mutig und zukunftsorientiert angehen sollten. Darum Grün!

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